Geschichte der Kreditkarte
Die Geschichte der Kreditkarte wird im Normalfall immer mit dem Jahr 1949 begonnen, als der Unternehmer Frank McNamara seine Rechnung in seinem Lieblingsrestaurant nicht begleichen konnte, weil er seine Geldbörse zu Hause vergessen hatte. Dies ließ in ihm die Idee reifen, in Zukunft den Restaurantbesuch mit einer Karte zu bezahlen, auf der die Umsätze vermerkt und zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen werden. Damit legte McNamara den Grundstein für das berühmte Kreditkartenunternehmern „Diners Club“, welches jedoch hauptsächlich in den USA operiert.
1887 – Die erste Erwähnung der Kreditkarte fand schon viel früher statt
Die Idee der Kreditkarte entstand jedoch eigentlich schon viel früher, da bereits der Autor Edward Bellamy 1887 in einem Science-Fiction Roman eine Art Kreditkarte erwähnte, mit der die Menschen dieser fiktiven Welt ihre Einkäufe bezahlten. Zum damaligen Zeitpunkt blieb die Erwähnung einer solchen Kreditkarte zwar ohne praktische Umsetzung, jedoch kann dies trotzdem als die Geburtsstunde dieser Idee betrachtet werden.
1951 – Dem Pionier „Diners Club“ folgten weitere Gesellschaften nach
Im Jahr 1951 gab die Franklin Bank in New York erstmals die Mastercard heraus, die sich später zu einer der bekanntesten Kreditkarten entwickeln sollte. Mastercard führte auch das sogenannte Kreditkarten Franchising ein, da andere Banken die Mastercard ebenso herausgeben durften. Als dann im Jahr 1958 American Express und Visa Card folgten, begann in den nächsten Jahrzehnten ein harter Konkurrenzkampf. In Europa kam 1964 mit der EUROCARD aus Schweden erstmals ein Konkurrenzprodukt zu den bekannten Kreditkarten auf den Markt und entwickelte sich europaweit schnell zur beliebtesten Kreditkarte.
1966 – Die Kreditkarten Anbieter werden zu großen Gesellschaften
1966 wird mit der Interbank Card Association erstmals eine große Kreditkartengesellschaft ins Leben, die später in die Mastercard International aufgehen sollte. Auch die Bankamerica Service Corporation wurde in diesem Jahr gegründet, da sie die Vergabe von Lizenzen für die spätere Visa Card regeln musste. Das Unternehmen wurde 1977 in Visa umbenannt, nachdem zwischenzeitlich die NABANCO für die USA und die IBANCO für den Rest der Welt die Vergabe der Kreditkartenlizenzen der Bank of America regelten.
1980 – Der einheitliche Standard für Magnetstreifen wird geboren
Das Jahr 1980 stand im Kreditkarten Bereich ganz im Namen der Kunden, denn eurocheque international S.C. führte einen Standard für Magnetstreifen ein, dem alle Kreditkarten Anbieter folgten. Aus diesem Grund ist es heute problemlos möglich, seine Kreditkarte weltweit bei allen Akzeptanzstellen einzusetzen. Zusätzlich wurden im Jahr 1983 auch die Geldautomaten standardisiert, so dass es ebenfalls realisierbar wurde, mit der Kreditkarte weltweit Bargeld abzuheben.
1993 – Visa betritt offiziell den deutschen Kreditkarten Markt
Im Jahr 1993 wurde Visa e.V. Deutschland gegründet, was als offizieller Markteintritt von Visa angesehen werden kann. Während in Deutschland die EUROCARD nach wie vor eine sehr beliebte Kreditkarte war, konnten Visa Karten schon ab 1982 von der Bank of America und ab 1987 von der Santander Direkt Bank bezogen werden.
2003 – Eine erfolgreiche Allianz wird endgültig zu einem Unternehmen
Während Mastercard und EUROCARD schon seit 1968 eine Kooperation eingingen, um die jeweiligen Marktpositionen zu verbessern, wurde daraus im Jahr 2003 ein Unternehmen. Dies hatte verwaltungs- werbetechnische Gründe und sollte die Position der internationalen Kreditkarte unterstreichen.
2008 – American Express wird eine Bank
Im Zuge der Finanzkrise entschied sich das Kreditkarten Unternehmen American Express, voll ins Bankgeschäft einzusteigen. Dieser Schritt wurde hauptsächlich damit begründet, dass man nur als Bank Hilfen aus dem staatlichen Rettungspaket erhalten konnte, die das Unternehmen zu dem Zeitpunkt aufgrund hoher Forderungsausfälle dringend benötigte.